Dienstag, 8. Mai 2018
Das späte essen hat uns beide diese Nacht zu schaffen gemacht. Ein wunder, dass es unsere Decke ob all dem Wind nicht fortgeblasen hat. Obwohl ich es gerne mag auf einer harten Matraze zu schlafen, ist mir dieses hier dann doch eine Spur zu hart. Ich wache mit Rückenschmerzen auf.
Das Frühstück muss dann doch sein, aber wir entscheiden uns für Saft und Tee und geniessen lieber einen gescheiten Kaffee danach auf unserer Terrasse.
Wir fahren heut nach San Miniato. DieseStadt gehört zu den sogenannten Cittàslow Stätten, die aus der Slow Food Bewegung entstand und sich gegen die Amerikanische Franchisierung richtet. Rückbesinnung auf eigene Produkte (Z.Bsp. Schwarzer und weißer Trüffel) aber sie haben sich auch der Entschleunigung und verbesserte Lebensqualität verpflichtet. Das merkt man, denn die Stadt ist Wifi-freie Zone.
Das späte essen hat uns beide diese Nacht zu schaffen gemacht. Ein wunder, dass es unsere Decke ob all dem Wind nicht fortgeblasen hat. Obwohl ich es gerne mag auf einer harten Matraze zu schlafen, ist mir dieses hier dann doch eine Spur zu hart. Ich wache mit Rückenschmerzen auf.
Das Frühstück muss dann doch sein, aber wir entscheiden uns für Saft und Tee und geniessen lieber einen gescheiten Kaffee danach auf unserer Terrasse.
Wir fahren heut nach San Miniato. DieseStadt gehört zu den sogenannten Cittàslow Stätten, die aus der Slow Food Bewegung entstand und sich gegen die Amerikanische Franchisierung richtet. Rückbesinnung auf eigene Produkte (Z.Bsp. Schwarzer und weißer Trüffel) aber sie haben sich auch der Entschleunigung und verbesserte Lebensqualität verpflichtet. Das merkt man, denn die Stadt ist Wifi-freie Zone.
Was sie jedoch noch verbessern könnten, ist die Stadt Autofrei, oder zumindest für Auswärtige, autofrei zu machen. Zuweilen fragen wir uns sogar, wie sie denn nun ihreAutos noch in das hinterletzte enge Gässchen gebracht haben und vor allem, wie sie da wieder rauskommen... rückwärts? Unvorstellbar
Zuoberst steht ein einsamer Turm. Die Geschichte des Ortes geht zurück ins Jahr 783, Barbarossa und auch Otto der Große hielten sich hier auf... Schon klar, den von hier sieht man rundum in die Täler und weit in die Ebenen. Auch irgend ein entfernter Bonapartes soll hier gewesen sein.
Wir sind jedoch spät dran und der Ort ist weitgehenst ruhig, abgesehen von den Autos die sich durch das Dorf quälen.
Wieder ist es feucht-warm und uns läuft der Schweiß und das nicht nur von dem Aufstieg zum Turm. Dort bekomm ich etwas von der Entschleunigung mit. Ein paar junge Burschen spielen Fußball, ein Mädchen sitzt auf der Mauer und ließt. Vielleicht macht der Rest des Dorfes ja auch bereits eine Siesta... zumindest jene, welche sich nicht grade mit ihrem fahrbaren Untersatz durch die engen Gassen zwängen. Ihr merkt, die Autos haben der an sich schönen Stadt etwas von ihrem Charm für mich genommen.
Beeindruckt hat mich ein Jogger, der locker an mir vorbei die vielen Stufen hinauf zum Turm gerannt ist um dann genauso locker wieder runter zu sprinten.
Die Kirche und die Basilika sind jedoch ganz schön und oh Wunder, es speilt mal nicht die Maria, sondern Jesus die erste Geige.
Wir fahren weiter nach Castel Fiorentina. Leider sind wir auf der falschen Seite des Hügels runter. Dort begegnen wir der nicht so malerischen, industriellen Seite der Toskana. Schäbige Doppelstockige-Häuser reihen sich zu zu beiden Seiten der Straße. Ohne Vorgärten und ohne Grün. Vor einigen Türen weht ein Vorhang, oft auch mit Volant, und auch die unvermeidlichen Fliegenvorhänge aus Plastik “verzieren” die sonst düsteren Straßenschluchten.
An Kleinindustrie vorbei geht es weiter. Irgendwo geht jedoch gar nichts mehr. Wir stehen im Stau. Scheint ungewöhnlich, denn selbst einige Ortsbewohner kommen vor Ihr Tür und wundern sich. Ein Journalist des Gemeindeblatts ist mit zwei dicken Kameras und in Begleitung unterwegs an den Ort des Geschehens, der für uns ein Rätsel bleibt. Nach gefühlten 30 Minuten kommt uns dann erst eine Ambulanz und ein Notfallarztwagen mit Blaulicht entgegen, dann nach weiteren 5 Min. noch eine Ambulanz. Dennoch geht es nur mühsam vorwärts. Kein Wunder, mitten auf der engen Straße steht ein Feuerwehrwagen und versperrt den Weg. Es kann nur einspurig gefahren werden und es haben sich beidseits lange Schlangen gebildet.
Gut hatte ich Notfallcracker dabei, wir haben Hunger und wollten eigentlich irgendwo ein Panini essen.
Castel Fiorentina beeindruckt uns nicht und wir fahren nach Montaione weiter. Eine gute Entscheidung. Der Weg führt uns wieder ins grüne, malerische und Hügelland. Montaione liegt wiederum auf einem dieser Hügel und bietet einen tollen Blick in die Ebene unter ihr und auf der anderen Seite in hügelige Hinterland. In einer Bar lassen wir uns ein Käse- Salami- Panini (eine Bemme:) belegen und genießen dieses unter Schattenspendenden Bäumen mit Blick auf einer Gartenbank munden. Danach gibt es noch ein dickes Eis.
Der Himmel zieht langsam zu und wir machen uns auf den Heimweg ins Agriturismo. Dort spazieren wir trotzaufkommenden Wind und dunklen Wolken zu den Ställen.
Die ca. 10 Pferde sehen gut gepflegt aus und scheinen sich, ob des nahenden Gewitters nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ein Mädchen nimmt grade Reitunterricht. Doch jetzt Blitzt und donnert es in der Ferne und wir kehren um.
Wir schaffen es trockenen Fußes. Ca. Eine halbe Stunde später kommt der Regen dann doch noch von der anderen Seite. Ich bin jedoch kaputt und genehmige mir ein Siestapäuschen. Michael hat noch einen Kochkurs vorbereitet und kommt erst später auf ein kurzes Nickerchen dazu.
Dann heißt es auch schon wieder Abendessen. Michael begnügt sich mit Salat und Pasta. Ich verzichte heute jedoch auf Salat und esse dafür noch Truthahntagliatta auf Ricola und Tomaten.
Die junge Engländerin, die einsam mit ihrem großen Hund führ sorglich von dem Mâitre umsorgt wird und die uns schon morgens aufgefallen ist, ist auch wieder da.
Die französische Familie, mit drei kleinen hell-stimmigen und Aufmerksamkeit erhaschend fordernden Kindern auch. Stillsitzen ist nicht angesagt. Zumindest scheinen, die Eltern ihren Streit beigelegt zu haben.
An unserem Nebentisch hat sich ein Oberfränkisches älteres Paar niedergelassen. Er ist recht offen und gesprächig, seine Frau wirkt jedoch etwas säuerlich, taut dann aber auf. Sie waren erst 5 Tage in Florenz, wo sie von einem Museum zum nächsten gingen und uns von den Maßen an Touristengruppen berichteten. An das ruhige Landleben müssen sie sich erst gewöhnen, wie sie meinen. Damit ist unser Plan Florenz einen Besuch abzustatten gestorben. Wir lieben es derzeit sehr, das ruhige und beschauliche Landleben. Die Ruhe und das Vogelgezwitscher.
Zu Fuss und nicht ganz so vollgefressen und auch nicht ganz so tüdelig wie auch schon spazieren wir zurück zu unserem Häuschen, schmöckern noch etwas im Internet und legen uns schlafen. Gute Nacht.
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