10. Mai 2018 Tonda
7.00 Uhr:
Rummms, es grollt der Donner... draussen plätscherte....soll es doch. Ich kehr mich um und schlaf noch ein bisschen.
8.30 Uhr:
Uhuuuu, Uhuuu, zwitscher, zwitscher.... ja so gefällst mir besser. Ausser den Vögeln ist nichts zu hören. Idylle.
Als wir zum Frühstück kommen sitzen Hannelore und Georg, wie ich die beiden Oberfranken in meinem Kopf getauft habe, bereits am Tisch. Obwohl ich heute bessere Manieren an den Tag lege und die beiden nett begrüsse ist erst mal Stillschweigen angesagt. Mir soll’s recht sein, so kann ich in Ruhe Frühstücken.
Michael durchbricht das Schweigen und fragt wohin es gehen soll und schon sind wir wieder im Gespräch. So, is ja Mann nu gut.... die beiden gehen wandern und wir beiden erst malgescheiten Kaffee trinken.
Dann fahren wir erst durch einen Eichenurwald und schliesslich über eine wunderschöne Panoramastrasse auf einer Hügelkette an Iano (Dorf mit unglaublicher Aussicht) vorbei Richtung Volterra. Wahnsinn dieses grün, diese sanften Hügel und diese Aussicht. Michael fährt dank des wenigen Verkehrs sehr langsam und lässt mich auch ab und an aussteigen für ein weiteres Foto.
Dann geht es erst hinab und schliesslich steil hinauf nach Volterra. Als wir ankommen regnet und donnert es...doch kaum sind wir aus dem Auto hört es schon auf. Natürlich erst nachdem wir bereits einen Schirm gekauft haben.
Zu unserem grossen Schrecken habe ich mein Portemonnaie im Agriturismo liegen lassen. Gut hat Michael noch Geld dabei. Auf dem Hauptplatz angekommen sieht Michael auch gleich den Christian Rauch (deutscher Fernsehkoch und Gastrokritiker) mit Familie. Wir verlieren ihn jedoch schnell aus den Augen und ich kann zum Beweis kein Foto mehr machen... ihr müsst mir das halt jetzt einfach so glauben.
Bald geniessen wir ein Gelato. Michael erhascht das Gelato des Jahres 2018, Pfefferminze, das sogar mir mundet. Ich überrasche mich selber damit, dass es mich heute nach Frutto di Bosco gelüstet, welches zusammen mit meinem obligaten Nocciola-Eiscreme an den üppigen Urwald denken lässt, den wir heute durchfahren sind.
Michael mag sich erst nicht daran erinnern, dass wir hier schon mal waren. Bei der Römischen Ruine dämmerte ihm. Wir schlendern gemütlich durch die Gassen. Die Alabaster-shops und Ateliers interessieren uns wenig. Jedoch in einem Käseladen decken wir uns mit verschiedenen Peccorini und Salametti ein, ein Lardo darf’s auch noch sein.
Als uns dann zuviele Touristengruppen entgegenkommen entweichen wir in ein nettes Seitengässchen und entdecken dort eine ganz kleine Slowfood-Snack-Panini-Bar.
Was uns da frisch zubereitet wird, haut jeden Spitzenkoch einfach um. Das Brot und der dicksufgeschnittene Käse wird geröstet, dann nach Wahl belegt. Wir testen derweil noch die aufgeschnittene Porchetta... und Michael hätte fast seine Bestellung storniert... Göttlich. Ich entscheide mich für süsse Zwiebelmarmelade und hauchdünn aufgeschnittenen Lardo, Michael nimmt zu seinem Lardo noch Aschiughe/ Sardellen. Von allem wird reichlich aufgetischt und mit einem Lächeln bekommt man diese Köstlichkeit dann überreicht und das zu einem Preis von 7 Euro....
Ich bin im Himmel....
Bein Schlemmen dieser Köstlichkeit beobachten wir vor dem Palazzo dei Priori die Touristen und Einheimischen und überlegen uns, wie wir es wohl fänden würden, wenn täglich Massen von Touristen an unserem Zuhause vorbeiziehen und von allem Fotos schiessen würden. Das hält mich jedoch nicht ab, genau das weiterhin zu tun.
Vollgepackt geht es zurück zum Auto. Beim bezahlen reisst der Karton von unserem gekauften Weisswein. Wir haben Glück, alles noch heil. Wir gehen in den kleinen Parkhauslift, der auf einmal einen Riesen-Rumpser macht, es knallt, und wir beide schon denken, dass wir in dem engen stinkenden Lift steckenbleiben. Doch er muss doch noch etwas weitergefahren sein, denn eröffnet sich tatsächlich. Beklommen und mit weichen Knien steig ich aus. Diese fühlen sich noch immer wie Gummi an, als wir ins Auto steigen.
Als wir aus dem Parkhaus fahren grollt schon das nächste Gewitter und die ersten Regentropfen fallen. Wiedermal Glück gehabt. Wir fahren dem Regen davon zurück in die Hügel, zurück ins grün und halten unterwegs noch bei einem Friedhof, von dem wir erst dachten, es wäre eine Kirche. Kritisch beäugt werden wir von einem Italienischen Bauern, der unweit davon lebt.
Im Castellare angekommen, kaufen wir ein Bierchen und geniessen dieses bei vollstem Sonnenschein und mit Vogelgezwitscher im Hintergrund in unsererPergola vor unseren Häuschen. Schliesslich von der Fahrerei, den Erlebnissen und dem Bier müde geworden gönnt sich Michael ein Nickerchen im Liegestuhl, währen ich dies hier schreibe.
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